| Der junge Rettungssanitater Martin Wiedemeyer wird zu einem Einsatz gerufen, den er sein Leben lang nicht vergessen wird: Der Wagen einer jungen Frau hat nach einem Unfall Feuer gefangen, eine Stichflamme verbrennt eine Halfte ihres Gesichts. Jasmin Schaller wird umgehend in die Kayser-Klinik gebracht. Eckart Sternberg, der an die Geschichte seiner Frau erinnert wird, gerat bei der Erstversorgung an seine Grenzen. Leon Laurin zieht einen beruhmten plastischen Chirurgen hinzu, der trotz der furchtbaren Verletzungen denkt, Jasmin helfen zu konnen. Die erste von mehreren geplanten Operationen verlauft zufriedenstellend. Jasmin ist starker, als sie aussieht, aber dann trennt sich, per schriftlicher Nachricht, ihr Freund Severin von ihr. Was soll nur werden nach diesem Verrat? "Weil Martin sich morgen in den Urlaub absetzt, wahrend wir hier weiter schuften mussen, gibt er heute einen aus", verkundete Jonas Schmieder mit lauter Stimme. Frohliches Geschrei antwortete ihm, und Martin Wiedemeyer wurde von mehreren Kollegen so kraftig auf die Schulter geklopft, dass er in die Knie ging. Jonas schenkte ihm sein breitestes, unschuldigstes Grinsen, denn er wusste ganz genau, dass Martin nichts Dergleichen vorgehabt hatte. Er wurde sich bei Gelegenheit dafur rachen, dass sein Kollege und bester Freund ihn so uberfahren hatte, nahm Martin sich vor. Naturlich machte er gute Miene zum bosen Spiel, und so zog wenig spater eine Gruppe von funf Rettungssanitatern in die nahe gelegene Kneipe, zwei Frauen und drei Manner. Die Stimmung war gut, und Martin hatte sich bereits damit ausgesohnt, dass Jonas ihn hereingelegt hatte. Ihr Dienst war meistens hart, sie sahen viel Leid und Elend, da musste man sich kleine Inseln schaffen, auf denen man sich wohlfuhlte und vergessen konnte, was der Beruf an Belastungen mit sich brachte. Und wenn es ein Feierabendbier war – oder auch mehrere, denn darauf wurde es heute naturlich hinauslaufen, das war ihm von Anfang an klar. Letzten Endes gab er nicht nur eine Runde aus, sondern sogar drei. Ihm war plotzlich danach. Er fuhlte sich gut. Bianca Sommer, die neue Kollegin, flirtete ein bisschen mit ihm, und er wurde sich vielleicht darauf einlassen. Sie war sehr hubsch, und er war frei und ungebunden. Eigentlich fand er diesen Zustand ganz schon, er hatte in den letzten Jahren fast immer Freundinnen gehabt, aber es war nie die Eine dabei gewesen, mit der er gern zusammengeblieben ware, um sein Leben mit ihr zu teilen. Aber er war ja noch jung, erst sechsundzwanzig, er hatte es nicht eilig. Auch nicht mit Bianca. Das konnte warten bis nach seinem Urlaub. Erst einmal wurde er in den Bergen wandern, sich nur drau?en aufhalten, seinen Kopf durchluften. Das hatte er notig. |