Скачать книгу - Die Sommernachtstraumer



"Hast du die Wirklichkeit nicht satt, wo keiner Zeit fur Traume hat?"
Es ist Wochenende und trotzdem will gut Ding jetzt Eile haben. Fur Willem ist das nichts. Er ist ein Traumer, ein Trodler, einer mit viel Fantasie noch dazu. Drum hat es lang gedauert, die guten Schuhe anzuziehen. Es sa?en kleine Feen darin, die erst rausgeschuttelt werden mussten. Und uberhaupt. Mit diesen Schuhen kann man gar nicht in die Pfutzen hupfen. So mussen Mylord und Mylady vor der Kirche auf die Hochzeitshandschuhe warten, an denen Willems Mam so lang gesessen hat. Ein ungeduldiges Paar, ein ungeduldiger Bischof – das sind ziemlich schlechte Vorzeichen. Donnergrollen und Regen am Hochzeitstag ebenso. Und so kann Willem von den Pfutzen nur in viele kleine Fettnapfchen treten und allen den Tag verderben. Und Mams Ohrfeige dafur sitzt. Obwohl. Fur was eigentlich? Willem fluchtet in den Wald. Sollen sie doch alle sehen …
… und so taucht er ein in die Welt der Shakespearschen Waldgeister, in Lyrik und Poesie der Sommernacht, schlaft ein mit Thymianduft um die Nase und erwacht aus einer seltsamen Nacht – mit langen Ohren und einem Mordsappetit auf Heu. Hat Puck ihm tatsachlich einen Eselskopf aufgesetzt? Und noch jemand schlief im Wald und traumte – ausgetrickst von Puck und Oberon – Titania, die Elfenkonigin, die mehr sein mochte als nur eine Elfe. Sie will ein Kind haben, es lieben, kraulen und knuddeln. Diese menschliche Begierde soll ihr mit dem kleinen sturen Eselskind schon noch vergehen. Und auch Willem hat plotzlich keine Lust mehr auf Mama Titania. Er will nach Hause. Raus aus dem Traum. Zuruck zu Mam. Und dann wird doch noch Ja gesagt, ganz ohne Zauber und Gaste und ohne falschen Glanz, mit Waldmusik und Kasebrot. Und einem Willem, der mehr wei? als die anderen.